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Rhein-Alarmmodell

Im Auftrag der 8. Rheinministerkonferenz haben die IKSR und die KHR 1990 gemeinsam das Alarmmodell für den Rhein entwickelt. WL Delft Hydraulics hat das Modell 1999 verbessert und angepasst, es ist jetzt lauffähig unter Windows. Das Modell sagt bei Schadstoffeinleitungen den Verlauf der Verunreinigung vorher. Die KHR verwaltet das Modell und sorgt für die technische Weiterentwicklung. 

Bedeutung des Rheinalarmmodells

Gute Vorhersagen bei starker Wasserverunreinigung sind von großer Bedeutung für das rechtzeitige Ergreifen der richtigen Maßnahmen durch Wassernutzer wie Wasserwerke, Wasserverbände u.ä.

Anwendung der Ergebnisse des Rhein-Alarmmodells

Das Alarmmodell für den Rhein wird von Alarmstellen am Rhein bei der Vorhersage der Stoffausbreitung einer störfallbedingten Wasserverunreinigung eingesetzt. Wasserwerke und Wasserbehörden (u.a. die Bundesländer) verwenden das Rhein-Alarmmodell bei der Anordnung der von ihnen zu treffenden Maßnahmen wie die Einstellung der Rohwasserentnahme.

Arbeitsweise des Rheinalarmmodells

Im Alarmmodell für den Rhein ist der Rhein vom Bodensee bis zu der Nordsee modelliert, ebenso die Nebenflüsse Aare, Neckar, Main und Mosel.
Bei den Modellberechnungen werden Ort und Umstände der initialen Verunreinigung, Abbau und Schwimmfähigkeit des Schadstoffes, Abflüsse und/oder Wasserstände, Geometrie und Dispersion berücksichtigt. Das Modell wurde mit Hilfe von Tracerversuchen kalibriert.

Ergebnisse des Rheinalarmmodells

Das Alarmmodell für den Rhein berechnet für eingegebene Stellen die Konzentration als Funktion der Zeit sowie den Zeitpunkt und den Umfang der maximalen Konzentration im Fluss. Bei Bedarf wird ein Bild des Verlaufs der Verunreinigungswelle von der Quelle bis zur Nordsee präsentiert. Stofflaufzeiten können mit einer Genauigkeit von ca. 98 % vorhergesagt werden. Konzentrationsberechnungen mit einer Genauigkeit von ca. 95 %.

Das Rhein-Alarmmodell wurde als Basis für die Erstellung eines Alarmmodells für die Donau verwendet. Das Donaumodell berechnet auch die Querausbreitung der Verunreinigung über den Fluss. Diese Möglichkeit wurde später auch bei der letzten Version des Rhein-Alarmmodells angewandt.

KHR-Publikationen über das Rheinalarmmodell

  • Mazijk, A. van; Leibundgut, CH.; Neff, H.-P. (1999): Rhein-Alarm-Modell Version 2. 1. Erweiterung um die Kalibrierung von Aare und Mosel. Kalibrierungsergebnisse von Aare und Mosel aufgrund der Markierversuche 05/92, 11/92 und 03/94, Bericht Nr. II-14
  • Spreafico, M.; Mazijk, A. van (Red.) (1993): Alarmmodell Rhein. Ein Modell für die operationelle Vorhersage des Transportes von Schadstoffen im Rhein, Bericht Nr. I-12.
    Mazijk, A. van; Verwoerdt, P., Mierlo, J. van, Bremicker, M.; Wiesner, H. (1991):
    Rheinalarmmodell Version 2.0 - Kalibrierung und Verifikation, Bericht Nr. II-4
  • Griffioen, P.S. (1989): Alarmmodell für den Rhein / Modèle d'alerte pour le Rhin, Bericht Nr. II-2.

Beteiligte Institutionen

Schweiz:

Bundesamt für Umwelt, Bern

Frankreich:

Service de la Navigation, Straßburg

Deutschland:

Bundesanstalt für Gewässerkunde, Koblenz
Albert-Ludwigs-Universität, Freiburg

Niederlande:

Zentralstelle für Wasserwirtschaft, Lelystad.
Technische Universität, Delft
Deltares, Delft 

Beispiel Rhein-Alarmmodell

Projektlaufzeit
Freitag, Dezember 6, 2013